Ein nachhaltiger Schluck Kaffee

Ein nachhaltiger Schluck Kaffee

Gedanken zur Nachhaltigkeit

Was bedeutet soziale und ökologische Nachhaltigkeit beim Thema Kaffee? Mit Sicherheit, diesen Gedanken werden schon die meisten gefasst haben, ist es beim Kaffee nicht so einfach. Denkt man über das Thema Nachhaltigkeit nach, fallen einem häufig viele Aspekte ein.

Nachhaltigkeit meint einen verantwortungsvollen Umgang mit den begrenzten Ressourcen unserer Erde, das ist vielen klar. Nachhaltigkeit meint auch die Schaffung eines stabilen Gleichgewichts. Ein Gedanke, der nach der Deutschen Gesellschaft für Qualität aus der deutschen Forstwirtschaft des 18. Jahrhunderts kommt. Die Idee hierbei: In einem Wald sollten nur so viele Bäume abgeholzt werden, wie in diesem Wald nachwachsen können.
(https://www.dgq.de/fachbeitraege/was-bedeutet-nachhaltigkeit)

„Sozial und ökologisch, Bitteschön!“

Bei STIL BRUCH setzen wir uns hauptsächlich soziale, ökologische und unternehmerische Nachhaltigkeit als Ziel. Der Einfachheit halber beschränke ich mich hier nur auf zwei davon:
„sozial und ökologisch, Bitteschön!“
Das ist ein Ausruf, der vielen von uns in so mancher Einkaufssituation auf der Zunge brennt. Die meisten Verkäufer*innen würden Sie vermutlich mit einem wohlwollenden Lächeln zur Tür geleiten.

Was bedeutet denn überhaupt soziale Nachhaltigkeit? Und ökologische Nachhaltigkeit? In welchem Maße kann davon überhaupt die Rede sein?
Sicher, wir alle leben. Leben bedeutet auch, zu essen, zu trinken usw., volkswirtschaftlich ausgedrückt: zu konsumieren.
„Da brat‘ mir doch einen ’nen Storch! Vielleicht ist vollkommene Nachhaltigkeit ja überhaupt nicht möglich, solange ich konsumiere!?“ Wie bitte? Immer mit der Ruhe! Sie erinnern sich sicher an unsere Einteilung in soziale und ökologische Nachhaltigkeit. Nun ehrlich gesagt gehen diese häufig Hand in Hand. Lassen Sie mich das noch einmal genauer formulieren. Gerne doch anhand eines Beispiels, unserem Lieblingsthema: Kaffee!

Ein Kindheitstraum

Stellen Sie sich vor, wie die Sonne aufgeht, über dem äthiopischen Regenwald. Es ist ein wunderschönes Farbenspiel. Irgendwo dort, zwischen dem kühlen Dampf und den prächtigen grünen Baumkronen, die in der orangefarbenen Sonne glitzern liegt ein Kindheitstraum vieler Menschen verborgen. Einige wenige von uns hatten auch das Glück diese Momente des Friedens selbst zu erleben. Nun sind Sie endlich dort. Auf einem Berghang stehend, betrachten Sie das stille Schauspiel noch für einen Moment. Von weit her hören Sie das Rufen eines Tieres im Wald. Vermutlich ein Vogel. Der Ruf verhallt in einer sanften Brise. Der Duft von frisch gebrühtem Kaffee steigt Ihnen in die Nase. Es ist eine milde Röstung, passend zu der sanften Kühle des Morgens.

„Hättest Du gerne ein Croissant zu Deinem Kaffee, Schatz?“ Im Augenwinkel sehen Sie Ihre*n Liebste*n auf Sie zukommen. Noch einmal lassen Sie Ihren Blick über den riesigen Feuchtwald wandern. Gerade im Begriff, Ihrer besseren Hälfte zu antworten, sehen Sie plötzlich den kleinen Salatkopf, den Sie mit viel Mühe in Ihrem Garten gezogen haben. Seltsam, was macht der im äthiopischen Regenwald?

Eines bleibt: Der Kaffee

Plötzlich stellen Sie fest, dass Sie in Ihrem Gartenstuhl sitzen, mit einer Tasse Kaffee in der Hand. Der Dunst, über dem Salatkopf war vermutlich nur der Dampf aus Ihrer Lieblingstasse. Womit auch der Duft erklärt wäre. Wieder hören Sie diesen exotischen Vogel. Sie drehen sich um. Hinter Ihnen, der bereits gedeckte Frühstückstisch vor dem Haus auf der Terrasse. Na immerhin: Das erste Lächeln seit Ihrer Traumreise. Der Vogel versucht noch einmal, Sie zurück zu holen. Enttäuscht stellen Sie fest, dass es sich um Nachbars Katze handelt, die vermutlich ebenfalls aus einem Traum erwacht ist. Jetzt sind Sie endgültig auf Ihrer Terrasse angekommen. Ihr Schatz wirft Ihnen einen fragenden Blick zu. Doch eigentlich ist Ihre Neigung zum gelegentlichen Träumen bekannt. Daher keine weiteren Fragen. Wie dem auch sei, denken Sie. Eines ist ja geblieben: Der Kaffee.

„Es liegt wie so häufig in Ihrer Hand“

Da befanden Sie sich eben noch im Ursprungsland dieses wunderbaren Heißgetränks und nun steht eine volle Kanne neben Ihnen auf dem Frühstückstisch. „Sozial und ökologisch, Bitteschön!“, murmeln Sie vor sich hin.
Hier nun eine gute Nachricht: Es liegt wie so häufig vieles in Ihrer Hand!
Soziale Verantwortung übernehmen. Das klingt gut. Für viele eine Selbstverständlichkeit, doch wie gelingt es am besten?

Der Kaffee in Ihrer Tasse sollte doch vom ersten Handgriff an sozial nachhaltig sein. Die Menschen, die sich um die Pflanzen und um die Ernte kümmern, sollen so bezahlt werden, dass sie sich und ihre Familie ernähren können und am Abend ebenfalls mit ihren Liebsten auf der Terrasse sitzen können. Dabei gibt es viele Initiativen, die sich für eine bessere Zukunft einsetzen. Das gelingt vor allem durch Produkttransparenz. Herkunft und Qualität müssen deutlich gekennzeichnet sein!
Nachhaltigkeit meint die Schaffung eines stabilen Gleichgewichts. Dies lässt sich vor allem auch im sozialen Kontext deuten. Wenn alle Menschen, die an der Bereitstellung eines beliebten Gutes beteiligt sind, gerecht behandelt werden, dann ist zweifellos ein Teil des Gleichgewichts erreicht! So geht es um den Anbau des Produktes, den Transport, die Erstellung eines professionellen Blends, die Verpackung und auch um die Lieferung.

Freude an der Arbeit bedeutet commitment

Wenn die Menschen, die in diesem Zyklus aktiv sind, so glücklich sind wie Ihre Endkunden, dann erleben sie Freude an Ihrer Arbeit. Freude an der Arbeit bedeutet commitment. Sie bedeutet nach Perfektion zu streben und das volle Potenzial der Nachhaltigkeit auszuschöpfen. Hier kommt auch die ökologische Nachhaltigkeit ins Spiel. Sozial und ökologisch gehen Hand in Hand.

In einer Demokratie sind die politischen Wahlen nicht die einzigen, die wir zu treffen befähigt sind. Wir haben häufig die Wahl: Bei dem, was wir unseren Freunden und unserer Familie ans Herz legen, bei dem was wir täglich zu uns nehmen, bei dem was wir immer wieder kaufen und bei den Zeichen, die wir setzen.

Eine überwältigende Vielfalt

Wir kennen inzwischen viele Gesichter der Globalisierung. Einige davon schenken uns Zuversicht und Optimismus, andere lassen uns manchmal verzweifeln.
Sieht man einmal von den Problemen dieser Mechanismen ab, so bleiben doch auch einige freundlichere Aspekte übrig. Nicht zuletzt, davon bin ich überzeugt, eine enorme Vielfalt. Eine wunderschöne Vielfalt der Kulturen, die einander so nah stehen, wie nie zuvor. Eine mächtige Vielfalt der Ideen, die innerhalb von wenigen Sekunden die Welt im Sturm erobern können. Eine überwältigende Vielfalt von Produkten aus aller Welt. Überwältigend? Das mit Sicherheit. Doch liegt es in unserer Verantwortung, diese Produkte so zu gestalten, dass sie eines ganz sicher sind: Nachhaltig!

In diesem Sinne wünsche ich einen wunderbaren Abend! Genießen Sie Ihren Kaffee, wo immer sie auch sind 🙂

 

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